Wohnen in der DDR

Wohnen in der DDR:

die Plattenbauten

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Wohnen in der DDR:

die Plattenbauten

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Wohnungsnot in der DDR groß. Viele Wohnungen waren durch Bomben schwer beschädigt. Trotz aller Anstrengungen gelang es nicht, den Bedarf zu decken. Junge Eheleute konnten nicht zusammenziehen, weil es keine Wohnung für sie gab.




der Zweite Weltkrieg = de Tweede Wereldoorlog

die Anstrengung = de moeite

den Bedarf decken = de behoefte dekken

die Eheleute = de echtparen

Wohnen in der DDR

Warum gab es nach dem Zweiten Weltkrieg eine große Wohnungsnot?

= Weil viele Wohnungen durch Bomben schwer beschädigt waren.

Berlin 1945: „Trümmerfrauen“ arbeiten in Berlin am Wiederaufbau der Stadt
(picture-alliance / Ursula Röhnert)

Deshalb wurde 1973 ein Wohnungsbauprogramm beschlossen. Endlich sollte es genügend Wohnungen für alle geben. In großem Umfang sollten neue Wohnhäuser entstehen, und zwar in der schnellen Plattenbauweise. Neben dem Neubau von Wohnungen wurde auch die umfassende Sanierung der Altbauten beschlossen.


der Plattenbau = het prefab-gebouw

die Sanierung = de restauratie

Ist folgende Aussage richtig oder falsch?

Es sollte schnell und viel gebaut werden.

A

Richtig

B

Falsch

Die so entstehenden Wohnungen in den Plattenbau-Siedlungen waren sehr begehrt. Anders als in den immer noch meist unsanierten Altbauten gab es hier nämlich ein Bad, fließend warmes Wasser und eine Fernheizung. Die Küchen waren klein, aber dafür schon voll ausgestattet inklusive Herd und Spüle.

die Siedlung = de (woon)wijk

die Sanierung = de restauratie

die Fernheizung = de stadsverwarming

Begehrter Plattenbau

Was war der Unterschied zwischen den Altbauten und den Plattenbau-Siedlungen?

✅ Es gab ein Bad, fließend warmes Wasser und eine Fernheizung.

❌ Es gab kein Bad, kein fließend warmes Wasser und keine Fernheizung.

Zur Siedlung gehörten Kinderkrippen und Kindergärten sowie Spielplätze, was die Wohnungen besonders attraktiv für junge Familien machte. Und natürlich war auch hier die Miete unschlagbar niedrig. Eine Dreiraumwohnung war für 109 Mark Miete im Monat zu beziehen! Spöttisch nannte der Volksmund die Bauten nicht nur „Platte“, sondern auch „Arbeiterschließfach“ oder „Wohnklo mit Kochnische“.

die Kinderkrippe = de kinderopvang

die Deutsche Mark = de Duitse mark (1 mark was ± € 0,5)

das Schließfach = de kluis

das Klo = het toilet

Ist folgende Aussage richtig oder falsch?

Die Miete für eine Plattenbauwohnung war nicht günstig.

A

Richtig

B

Falsch

Der Staat aber wollte gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: neue Wohnungen und die Verwirklichung der Gleichheit aller Menschen. Der Status in der Gesellschaft sollte nicht an den Wohnverhältnissen ablesbar sein. Der Professor wohnte hier neben dem Fließbandarbeiter, ihre Kinder besuchten gemeinsam den Kindergarten. Sozialistische Hausgemeinschaften waren das Ziel.

die Wohnverhältnisse = huisvesting, de woonsituatie

der Fließbandarbeiter = de bandmedewerker

das Ziel = het doe

Antrag auf Zuweisung einer Wohnung


Einen Wohnungsmarkt, der Angebot und Nachfrage regelte, gab es in der DDR nicht. Wohnungen wurden allein vom Staat zugewiesen. Man musste beim Amt für Wohnungswesen einen Antrag stellen, wenn man umziehen wollte. Wie groß die Wohnung sein durfte, regelten ebenfalls gesetzliche Bestimmungen. Für eine Familie mit zwei Kindern waren das z.B. etwa 60 Quadratmeter. Die Wartezeit betrug oft mehrere Jahre. Junge Ehepaare bekamen schneller eine Wohnung. Viele junge Leute heirateten aus diesem Grund besonders schnell.

Angebot und Nachfrage = vraag en aanbod

einen Antrag stellen = een aanvraag indienen

umziehen = verhuizen

gesetzliche Bestimmungen = wettelijke bepalingen


Ist folgende Aussage richtig oder falsch?

In der DDR konnte man nicht selbst wählen,

wo man wohnte.

A

Richtig

B

Falsch

"Wohnungen wurden allein vom Staat zugewiesen. Man musste beim Amt für Wohnungswesen einen Antrag stellen, wenn man umziehen wollte. "

Feier des 1. Mai 1950 auf dem Augustusplatz in Leipzig

Ein Eigenheim in der DDR?


In einem eigenen Haus lebten in der DDR nur sehr wenige Menschen. Das Wohnungsbauprogramm ermöglichte allerdings kinderreichen Familien, eine Baugenehmigung zu erhalten, da für sie der Platz in einer Plattenbauwohnung zu klein war. Das Besorgen von Baustoffen blieb aber auch für sie ein großes Problem.

das Eigenheim = een eigen woning

jemandem etwas ermöglichen = iemand iets mogelijk maken

allerdings = echter

die Baugenehmigung = de bouwvergunning


Ist folgende Aussage richtig oder falsch?

Fast niemand durfte in der DDR

ein eigenes Haus bauen.

A

Richtig

B

Falsch

Warum bekamen kinderreiche Familien schon eine Baugenehmigung?

"Das Wohnungsbauprogramm ermöglichte allerdings kinderreichen Familien, eine Baugenehmigung zu erhalten, da für sie der Platz in einer Plattenbauwohnung zu klein war."


= Für kinderreiche Familien war der Platz in einer Plattenbauwohnung zu klein.

Blick voraus


Das Ansehen der Plattenbau-Siedlungen sank mit dem Ende der DDR. Viele Mieter zogen aus. Der Wunsch nach mehr Komfort spielte dabei genauso eine Rolle wie die Anonymität und die Gleichförmigkeit solcher Siedlungen.

sinken = dalen

der Wunsch = de wens


Warum wollten viele Leute nach dem Ende der DDR nicht mehr in einer Plattenbauwohnung

wohnen?

= Ihr Ansehen sank.

Die Leute wollten mehr Komfort, weniger Anonymität und Gleichförmigkeit.